(Vfl Pinneberg-News 25.09.2009) |
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VfL Pinneberg - Eimsbütteler TV 3:2 (25:23, 25:20, 22:25, 19:25, 15:13; 115 min)
Lars Lydorf
steht nicht gerne im Mittelpunkt. Nachdem er nach einer Stunde und 55 Minuten
seine Leistung gekrönt und den Matchball zum 3:2-Sieg über den Eimsbütteler TV
auf den Boden gedroschen hatte, kannten seine Mitspieler aber kein Pardon. Sie
schoben den Matchwinner beim Feiern mit den Fans in die erste Reihe
und ließen ihn bejubeln. Lydorf hatte zuvor ein fast verlorenes Spiel mit
sechs Punkten in Folge gedreht.
Die Pinneberger
waren als Außenseiter in das Match der Regionalliga Nord mit dem ETV gegangen.
Spielertrainer Sebastian Rieck wurde im Vorfeld nicht müde zu betonen: „Wir
sind der klare Außenseiter. ETV gehört zu den Top Drei in der Liga, wir stecken
im Abstiegskampf. Wir wollen die einfach etwas ärgern.“ Das gelang seinem Team
zu Beginn weniger. Eimsbüttel lag stets vorne, wenn auch nur knapp. Doch zum
Satzende konnte der VfL noch einmal nachlegen, Mittelblocker Peer Grube griff
gleich zweimal beherzt zu und konnte so schließlich auch den 25:23-Satzgewinn
sichern.
Im zweiten Satz
war zu sehen, dass Eimsbüttel in Pinneberg keinen Satzverlust eingeplant hatte.
Völlig von der Rolle agierte der Favorit, Pinneberg dagegen beflügelt von der
Satzführung und angefeuert von über 100 Fans, die am Donnerstag Abend den Weg
in die Jahnhalle gefunden hatten. Eine zwischenzeitliche 18:8-Führung geriet
dann zwar noch einmal ins Wanken, am Ende sicherte sich der VfL aber auch Satz
zwei.
Und es sah
weiter nach der großen Überraschung aus, bis im dritten Satz der ETV bei
17:19-Satzrückstand eine Serie auspackte und den Satz drehte. Auch das Spiel?
Den Eindruck gewannen nicht wenige, denn der ETV agierte von da an mit starker
Leistung, vor allem in der Abwehr. Satz vier ging deutlich an die Gäste und der
psychologische Vorteil sowieso.
Auch als im
Tie-Break bei 6:8 aus Pinneberger Sicht die Seiten gewechselt wurden, sah der
Favorit wie der Sieger aus. Doch bei 8:11 ging VfL-Kapitän Daniel Pötz zum
Aufschlag und konnte die Eimsbütteler Annahme unter Druck setzen. Die
VfL-Abwehr stand und vorne schlug die Stunde von Lars Lydorf, der ab dem
9:11 mit druckvollen Angriffen Punkt für Punkt erzielte. Als er den Matchball
zum 15:12 verwandelte und die rechte Faust gen Himmel riss, kannte die Freunde
bei Mannschaft und Fans keine Grenzen.
„Lief ganz gut hinten raus“, so Lydorfs bescheidener Kommentar, der alles andere als Lautsprecher ist. Andere wurden deutlicher. „Unglaublich, was Lars zum Ende gespielt hat“, staunte Mittelblocker Peer Grube. „In der Phase so eine Quote, solche Nerven - ganz stark.“ Kopfschütteln beim Gästecoach, der dem VfL „Kamikaze-Volleyball“ unterstellte. Sein Gegenüber sah dagegen drei Dinge als Grundlage für den Überraschungssieg. „Wir haben immer daran geglaubt, dass wir eine Chance haben, wenn wir im richtigen Moment da sind. Dazu kommt das Finish von Lars und die sensationelle Atmosphäre. Wahnsinn, ich habe vor dem Matchball zur Tribüne hochgesehen. Da stehen hundert Leute auf den Bänken und klatschen und brüllen, als sei es ihr eigenes Spiel. Da hatte ich eine Gänsehaut“, gestand Rieck.
Großen Jubel
gab es dann etwa eine Viertelstunde nach Spielschluss. Kapitän Pötz hatte die
aktuelle Tabelle auf seinem Blackberry aufgerufen - durch das vorgezogene Spiel
steht der VfL an der Spitze der Regionalliga. „Das ist eine lustige
Momentaufnahme“, so Diagonalspieler Stefan Imke. „Aber bis wir nicht mindestens
zwölf Punkte haben, stecken wir im Abstiegskampf.“ „Dass wir jetzt vier Punkte
haben, ist sensationell“, pflichtet Pötz bei. „Aber mit nur vier Punkten steigt
man ab.“
„Natürlich kann man uns vorwerfen, dass wir das Ding nicht in drei Sätzen dicht gemacht haben“, gibt Rieck zu. „Aber das ist mir jetzt total egal. Wir haben zwei Punkte, die alles andere als eingeplant waren und das werden wir jetzt genießen. Es kommen auch wieder andere Tage.“Am Wochenende können die Pinneberger entspannt auf die anderen Ergebnisse gucken. Wenn sie dafür Zeit haben. Denn am Samstag heiratet Spielertrainer Sebastian Rieck und feiert natürlich mit dem gesamten Team. Rieck: „Und mit so einer Ausgangsposition wird das eine ziemlich lange Party.“
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