Die zwei Gesichter der Eimsbütteler Volleyballerinnen |
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Wundersame Metamorphose ermöglicht zwei Heimsiege
Es gibt Tage, da hofft man bereits während des ersten Ballwechsels darauf, in der Abschlussbesprechung die Worte „ Okay, schlecht gespielt und doch gewonnen. Haken d'ran!" sprechen zu dürfen.
Da flog er also der erste Aufschlag des Tages. Freundlich im hohen Bogen und mit gebremsten Schaum verschickt, den Gegner förmlich zum Rückschlag einladend. Kurze Zeit später die erste gruppendynamische Versammlung beim Stand von 1:10, mit dem Hinweis an die zur Auszeit versammelten Aktricen, dass es sich mit ‚Ködel in der Büx' schlecht Volleyball spielt.
Was in den folgenden 38 Minuten nachhaltig bewiesen wurde. 0:2 Satzrückstand gegen solide spielende Gäste von der VG WiWa, die mit geschicktem Spiel die Schwächen der Büttels konsequent ausnutzten.
Was in den kommenden Sätzen folgte, war aus Sicht der Hausherrinen nur vom Ergebnis her ansehnlicher. Am Ende konnte ein 3:2-Sieg eingefahren werden. In wie weit der verdient war, sei dahin gestellt. Haken d'ran!
Doch wie weitermachen? Es folgte das Spiel gegen den Dauerrivalen Rissen, gegen den es traditionell eng zugeht, und der sich berechtigte Hoffnungen macht, im Aufstiegsrennen ein gewichtiges Wörtchen mitzusprechen. Da beide Teams mit einer Niederlage vorbelastet waren, ein vorentscheidendes Spiel. Nach der Vorgeschichte, mit strategischen Nachteilen für die Gastgeberinnen, die mit der Last von 5 Sätzen gegen ausgeruhte Rissenerinnen antraten.
Solche Gedanken waren natürlich nicht erlaubt, stattdessen wünschte sich der Coach in der Vorbesprechung - passend zur Jahreszeit - nach der Rute im ersten Spiel, eine engagierte Leistung mit 2 Punkten unter dem Weihnachtsbaum.
Die Erfüllung von Wünschen, so gemeinhin die Vermutung, ist an gute wie schlechte Taten gebunden. Demzufolge standen beim Wünschenden die Guten eher hintenan, der Eindruck hätte zumindest nach der ersten Satzhälfte entstehen können. Über 3:6, 6:9 und 8:16 setzten sich die euphorisierten Gäste ab. Die Büttels steigerten sich zwar im Vergleich zum ersten Spiel, aber von einer wirklichen Wandlung konnte nicht die Rede sein. Bei 11:18 hätte wohl niemand mehr auf die Büttels gewettet, die nun die Wunschtaktik verwarfen, und das Glück in die eigenen Hände nahmen, da die erhofften Geschenke ausblieben.
Die in dieser Phase des Spiels unglücklich spielende Nicole Zeuner wurde durch Kristina von Riegen ersetzt, die so zu ihrer Punktspielpremiere auf der Außenposition kam. Im Anschluss dann ein Diagonalwechsel, der zur gewünschten Gestaltenwandlung führte. Karen Erbe und Lisa Schümann griffen beherzt zu, und als der Wechsel zurückgenommen wurde, hatte sich das Spiel gedreht, die Büttels lagen mit 23:22 vorn. Auch weil Kristina von Riegen bei deutlichen Rückstand (wieder einmal) sensationell servierte, und so 7 Breaks vorbereitete. Hannah Lüdtke machte genau dort weiter, und bereitete die letzten beiden Punkte zum Satzgewinn vor. Es ging also auch anders!
Der Satzverlauf gab den erhofften Rückwind, während die Gäste den Schock über den Verlust des sicher geglaubten Satzes zunächst verwinden mussten. Schnell erspielte sich das Team um die nun erfrischend aufspielende Hannah Lüdtke eine komfortable 3-Punkte-Führung, die zum Ende des Satzes gar noch ausgebaut werden konnte.
So konnte der dritte Satz schon die Entscheidung bringen, und mit bereits 7 gespielten Sätzen in den Knochen, war das auch das Nahziel. Bloß nicht verlängern... Doch die Gäste hatten sich gefangen und suchten erneut über ein druckvolles Aufschlagspiel den Erfolg. Und wurden dafür belohnt. Merlen Görlich setzte dem Riegel der Büttels erheblich zu, so dass Hannah Lüdtke, die eben noch die Bälle nach Belieben verteilte, immer wieder zu Notlösungen gezwungen war. In dieser Situation hieß die Notlösung meist Kathrin Urban, die bisher fast das gesamte Programm erledigt hatte, inklusiver andauernder verbaler Unterstützung ihrer Mitspielerinnen. Nachdem zunächst Laura Glasmeyer für Birte Quast weichen musste, kam die bis dahin glücklose Nicole Zeuner als ‚Notlösungs-Ersatz'. Doch auch das reichte noch nicht, eine Auszeit musste her. Dann endlich der ersehnte Ballgewinn, der von einer taktisch sehr geschickt aufschlagenden Hannah Lüdtke veredelt wurde. Ausgleich! Danach Punktgewinn für Rissen, die aber kein Break nachschieben konnten. Das gelang der ‚Aufschlag-Wundertüte' Nicole Zeuner, die ihren erfolgreichen Netzaktionen nun mit 4 Breaks toppte. Und es wären wohl noch weitere gefolgt, wenn nicht der vorher jedes Mal erfolgte Hinweis, ‚wie auch immer, der Ball muss rein' zum fünften Mal in Folge ertönt wäre. Der Hinweis blieb aus, der Ball flog ‚aus'. Klarer Coaching-Fehler!
Zwar konnte Rissen noch einmal den Anschluss herstellen, aber nach der nächsten Break-Serie, diesmal vorbereitet von Inga Hansmann, spielten die Büttels mit einem fast fehlerfreien Sideout den Satz souverän zu Ende.
Ein schöner Jahresabschluss, der anschließend beim gemeinsamen Weihnachtsessen einen schönen Ausklang fand.
ETV - VG WiWa 3:2 (-18, -22, 17, 21, 6)
ETV - Rissener SV 3:0 (22, 19,20)
Für den ETV am Ball:
Karen Erbe, Nicole Zeuner, Kristina von Riegen, Lisa Schümann, Lena Guhl, Birte Quast, Hannah Lüdtke, Inga Hansmann, Kathrin Urban, Marieke Behne, Laura Glasmeyer und Svea Saborowsky
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